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Ostsee wir kommen
| 19.08.2006 8:00 Uhr 48.3333 Grad N / 11.4833 Grad E |
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Name: Ford
Typ: Focus C-Max
Länge: 4,33m
Tiefe: 480m ü. NN
Grund der Havarie: bisher keine Havarie
Gesunken: noch nicht
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Und los ging's. Wieder saß ich im Auto auf dem Weg nach Wismar, wie
immer mit dem quälenden Gedanken, irgendwas hab ich vergessen,
nur was?
Die Fahrt verlief erstaunlich zügig - am Rastplatz Holledau noch
schnell Udo eingeladen - und dann mit einem Tank- und Essenstop
weiter bis...
Ja, bis kurz vor Rostock in einen Stau. Nichts ging mehr. Es dauerte
2 Stunden, in denen wir eine Spinne betrachteten wie sie am Auto ihr
Netz webte (sie kannte den Stau wohl schon), bis wir die
A19 vor Rostock auf die A20 in Richtung Wismar verlassen konnten.
Dann ging es wieder problemlos weiter bis Wismar. Der
Sauerstoff war schon verladen, so ein Glück, und zügig
wurden Gepäck und Ausrüstung an Bord gebracht und die
Kojen bezogen.
Da saßen wir nun. Wir, das sind 8 Taucher aus dem bayrischen.
Oliver, Rüdiger, Wilke, Udo, Hermann, Stefan, Ralf und ich selbst.
in freudiger Erwartung auf die Tauchgänge die vor uns lagen.
Endlich ging es los.
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| 20.08.2006 Früh morgens Wismar Hafen |
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Vom Ablegen geweckt und - mit der Kaffeetasse in der Hand - die
Ausrüstung zusammengebaut und gecheckt ist jetzt alles bereit
für den ersten Tauchgang.
Erstmal Frühstück.
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| 20.08.2006 11:02 Uhr 2 Meilen vor Grömitz |
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Name: Fiede
Typ: Sportboot/Motorjacht
Länge: 14m
Tiefe: 21m
Grund der Havarie: unbekannt, gerüchteweise Versicherungsbetrug
Gesunken: in den 60er Jahren
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Der Abstieg erfolgte am Seil einer von der Fritz Reuter in der Anfahrt
gesetzten Bojenmarkierung.
Perfekt, das Grundblei oder besser die
Grundschäkel lagen etwa 5-6 m neben dem Wrack. Über den
seitlichen Kajütenfenstern hing eine bewachsene Persenning, die
von außen nicht unbedingt als solche erkennbar war, deshalb
habe ich sie erst bemerkt, als ich durch das offene Kajütendach
einstieg. Die Kabine, in die ein Taucher waagerecht gerade mal so
reinpasst, wenn er mit im Frogkick angewinkelten Beinen taucht, ist
soweit ersichtlich komplett ausgeräumt, oder es wurde, wenn
das mit der beabsichtigten Versenkung stimmt, alles was noch
irgendwie verwertbar war vor der Versenkung ausgebaut.
Der
Versuch, ins Vorschiff zu kommen, scheiterte an der Breite meiner
D12, so konnte ich nur einen Blick hineinwerfen. Wände, oder
das was davon übrig ist, sind umgefallen, ansonsten sah es auch
recht leer aus.
Am Heck ist der Zugang zum Motor offen und
erlaubt einen Blick auf die Überreste des Motors. Nachdem
jede Anemone, die dicht gedrängt das Boot überwuchern,
bestaunt wurde, ging es zurück zum Bojenseil und an diesem, nach
steigenlassen einer Strömungsboje, entlang zur Oberfläche.
In 7m Tiefe kam zuerst eine Schicht Feuerquallen, dann ab 6m
Ohrenquallen und ab 5m grüne Spätzle, oder auch Algen.
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| 20.08.2006 14:54 Uhr Neustädter Bucht, vor dem Timmendorfer Strand |
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Name: Holstentor oder Comet
Typ: Passagierdampfer
Länge: 30m
Tiefe: 14m
Grund der Havarie: Versenkung zwecks Entsorgung
Gesunken: aber sicher, nur wann...
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Das Schiff liegt leicht auf der Backbordseite. Viele Quallen am und
Patricks im Wrack. Die erste Umrundung des Wracks offenbart
einen langen Riss an der Steuerbordseite der ein eindringen
ermöglicht. Da sich nicht eine große Feuerqualle darüber breit gemacht
hatte und ihre 3m langen Nesselfäden das Durchtauchen zu einer recht
schmerzhaften Angelegenheit machen würde, suchten wir
weiter. Da sind ja auch noch 3 Luken und ein weiteres großes
Loch über die Schiffslänge verteilt. Die Bugluke, nein,
zu schmal für eine D12. Die nächste und größte
Möglichkeit ist eine offene Ladeluke. Langsam waagerecht
reinsinken lassen, einmal auf der Stelle drehen um zu sehen was der
Lukenbereich bietet, dann langsam unter Deck durch eine Öffnung
in einer Trennwand, das war wohl mal eine Tür, weiter Richtung
Vorschiff. 30cm unter dem Bauch und über dem Flaschenpaket
reichten aus um ohne zu Grundeln zur nächsten, schmäleren
Ladeluke zu kommen durch die ich das Wrack erstmal wieder verließ.
Wieder wurde das Wrack umrundet, ein Blick durch kleine Spalten und Löcher
am Heck zeigten einen Rostklumpen, der einmal die Ruderanlage
war. Der Riss war immer noch durch die Qualle blockiert, ein paar
Nesselfäden hatten sich am Deck verfangen, also vorsichtig mit
einem Finger mal entlang gestrichen aber es reicht nicht, damit sie
sich verzieht. Also wieder in die große Ladeluke, diesmal
Richtung Bug.
Mist, nach etwa 2m ist Ende, also gedreht und rausgeschaut, Olli war noch
da, unter Deck noch mal zur kleinen Ladeluke und raus. Nachdem
die Qualle über dem Steuerbordlängsriss endlich weg war
ging es mit ein paar Mal anecken, drücken und schieben rein.
Jetzt hin zur Ruderanlage, ein erschrockener Krebs huschte unter mir
heraus bevor ich ihn mit dem Bauch zerquetsche. Jetzt wurde es eng.
Also gaaaanz vorsichtig weiter, ich wollte ja noch ein paar Bilder von der
Ruderanlage machen dann weiter zum Teppichloch mit der Teppichkrabbe
und raus. Zu guter letzt noch einmal filmend das Wrack außen
umrundet und nachdem Olli seine Strömungsboje geschossen hatte durch die
einzelnen Etagen ausgetaucht.
Etage 4: Schiffswracks, Crabs, Patricks und Modder
Etage 3: Gelbhaarige Feuerquallen
Etage 2: Ohrenquallen
Etage 1: Algengrütze
EG: Fritz Reuter und treibende Taucher
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| 21.08.2006 10:00 Uhr |
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Name: unbekannt
Typ: Ziegelewer
Länge: ca. 30m
Tiefe: 23m
Grund der Havarie: unbekannt
Gesunken: unbekannt
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Mist.
Da zog ein böses Wetter auf...
Die Wellen türmten sich zu hauf...
es wehte ohne Unterlass...
und Robert wird nicht nass...
Kurz gesagt über Nacht hatte sich das Wetter verschlechtert, der
Schiffsführer meinte, dass es grenzwertig wird. Es ging noch
aber er konnte nicht sagen wie es nach einer Stunde, also wenn wir
auftauchen würden, aussieht. Also hab ich kurz an meinen immer
noch verschraubten Mittelfuß gedacht und, dass es so schon
nicht ganz schmerzfrei ist, die Leiter damit hochzukommen, und habe
den Tauchgang ausgelassen. Ein unerschrockenes Trio wagte den Sprung.
Als die drei todesmutigen Taucher dann wieder auftauchten, hatten sich
die Wellen entgegen aller Erwartungen nicht verstärkt sondern
etwas abgebaut, so dass es auch für mich als Fußlahmen
möglich gewesen wäre zu tauchen. Mist.
Auch bietet die Fritz Reuter einen Recht guten Wall gegen die Wellen, so
dass beim Einsteigen an der Leiter, wenn man sich im Windschatten des
Schiffes befindet, ein recht ruhiger Bereich der See vorherrscht.
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| 21.08.2006 13:15 Uhr |
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Name: Seehund
Typ: 2 Mann U-Boot Seehund
Länge: 11,87m
Tiefe: 18,0m
Grund der Havarie: Abschuss?
Gesunken: aber sicher, nur wann...
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Der Wind war zwar etwas abgeflaut aber die See war immer noch unruhig,
zudem kamen noch etwa 1,5kn Strömung und Wellen. Also war
die Absprache: rein, rüber zur Boje, runter und am Grund und
dort oder beim Abtauchen treffen. Ich sprang als erster, Oliver nach
mir. An der Boje noch kurz das Zeichen zum Abtauchen gegeben und ab
ging's. Die Sicht war bis 8m Wassertiefe stark durch Algen
eingeschränkt, zudem kam die starke Strömung dazu. Also bin
ich an der Bojenleine zügig abgetaucht. Auf Grund angekommen lag
der Druckkörper des U-Bootes 1m neben dem Grundgewicht. Also
habe ich über dem U-Boot auf Olli gewartet und mich dabei
umgesehen und die Bojenleine beobachtet. Nach kurzer Zeit, ich machte
mir schon Gedanken, dass ich wenn er nicht gleich erscheint
Auftauchen werde, fing die Bojenleine samt Grundgewicht an, sich vom
U-Boot zu entfernen.
Meine Ersten Gedanken waren, "Mist, irgendwas ist mit Olli und er hat
sich am Bojenseil festgehalten und die Strömung treibt ihn
ab. Maik, der Schiffsführer, sagte uns immer "Nicht am
Seil festhalten, das hält nicht und wird versetzt". Also
bin ich dem Grundgewicht nachgetaucht und begann am Seil
aufzusteigen. Das Seil selbst habe ich zuerst durch meine Hand
laufen lassen und versucht ein weiteres Abtreiben zu unterbinden
indem ich es entgegen der Driftrichtung angeschwommen bin. In 6m
Tiefe habe ich immer noch keinen Olli gefunden, dafür einen
großen Schatten über mir gesehen. Scheiße,
nichts wie weg. Also flott auf 10 m entgegen der Zugrichtung
abgetaucht, allerdings nicht mehr versucht das Seil zu halten, denn
mir wurde nun klar warum ich keine Chance hatte gegen den Zug
anzukommen.
In einiger Entfernung vom Schiff hatte ich die Oberfläche dann
erreicht, OK zum Boot, Rückantwort erhalten. Nun musste ich
etwa 20 Minuten auf See warten bis die Bojenleine, die sich an der
Schraube oder dem Ruder verklemmt hatte, als die Fritz Reuter von
der Strömung darüber getrieben wurde, gelöst werden
und das Schiff mich wieder anfahren konnte.
Mein Kommentar als ich wieder an Bord war; "Und ich Depp hab versucht
das Seil zu halten" sorgte für grinsende Gesichter.
Die Boje wurde herausgefischt und das U-Boot erneut gesucht und
angefahren. Boje versenkt. Oliver wollte nun nicht mehr tauchen,
also habe ich mich kurzerhand einem anderen Team angeschlossen bzw.
gesagt, dass ich bei dem Team bleibe, das länger am Wrack
bleibt.
Also noch mal, gesprungen, gegen die Strömung abgetaucht und am
Grund, neben dem Bojenseil nahezu gleichzeitig mit Wilke und Hermann
angekommen. Nachdem wir das U-Boot nicht gleich gesehen hatten, haben
wir mit Spool das Wrack gesucht und etwa 4m entfernt auch gefunden.
Das Grundgewicht lag nun direkt vor dem Heck, deshalb haben wir das
U-Boot nicht gesehen. Der Rumpf des Bootes ist mit vielen
Anemonen bewachsen und unzählige Taschenkrebse tummeln sich
darauf. Das Turmluk ist zugeschweißt und das Boot liegt
etwa 45Grad auf die Steuerbordseite geneigt. mehr als halb im Grund
eingesunken. Viele Löcher von klein (ca. 5cm) bis groß
(ca. 30cm) sind über den gesamten Rumpf verteilt. Eines der
größeren Löcher, ein Einschuss (?), ist direkt im
Bug. Die Schiffsschraube und Ruderblätter sind im Seeboden
eingesunken. Da das U-Boot zugeschweißt wurde um
Plünderungen zu verhindern, es ist schließlich ein
Seemannsgrab und die Besatzung ist immer noch an Bord, ist es in
kurzer Zeit ganz erkundet und eigentlich recht unspektakulär.
Als Wilke fragte, ob wir auftauchen sollen, bat ich meine Partner
einfach mal am Heck zu warten und machte noch einen Rundflug um den
Rumpf herum mit der Kamera - ohne "störende" Taucher.
Dann ging es am Bojenseil zurück Richtung Ausgang und nach
kurzem Sicherheitsstop in der Ohrenquallenetage wieder an die
Oberfläche und zurück an Bord.
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| 21.08.2006 ca. 19:00 Uhr Wismar, alter Hafen |
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Name: Fritz Reuter
Typ: Expeditionsschiff
Länge: ca. 30m
Tiefe: 0m
Grund der Havarie: keine Havarie
Gesunken: noch nicht.
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Wie schon im letzten Jahr habe ich auch diesmal den Mitfahrern angeboten
einen Spezialkurs abzuhalten. Die Wahl fiel diesmal auf „SK
denkmalgerechtes Tauchen“ was ja auch ganz gut zu unserer Tour
passt. So haben sich drei Teilnehmer hingesetzt und sich bis spät
in die Nacht die Theorie angehört und sich darüber
unterhalten. Unser Skipper Maik, selbst ehrenamtlicher Denkmalpfleger
konnte auch sehr viel interessantes über Wracks und
Unterwasserdenkmäler beisteuern, so daß es ein
interessanter Abend wurde.
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| 22.08.2006 11:07 Uhr |
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Name: unbekannt
Typ: Tjalk
Länge: ca. 30m
Tiefe: 25m
Grund der Havarie: unbekannt
Gesunken: aber sicher, nur wann...
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Für den heutigen Tag teilte uns der Kapitän mit, dass er ein
kürzlich entdecktes Wrack anfahren würde. Eine Tjalk,
die noch nicht identifiziert wurde. Ein Tjalk
ist ein Plattbodensegler, die oft an Nord- und Ostsee als
Lastkahn eingesetzt wurden. Unser Tjalk hatte einen Eisenrumpf, was
darauf schließen lässt dass er so um 1900 gebaut wurde.
Die Anfahrt dauerte ein wenig, da das Wrack mit einer Boje markiert
ist, die aber im Wasser nicht so leicht zu finden ist. Es besteht
aber die Gefahr dass beim Überfahren derselben das Bojenseil in
die Schraube gerät oder sich, wie schon unsere eigene Grundboje,
an Schraube oder Ruder verhängt und dann abreißt. Deshalb
wurde, nachdem die Boje ausgemacht war, in der Nähe unsere
eigene Grundboje gesetzt.
Abgetaucht wurde aber an der am Tjalk angebrachten Boje. Der Abstieg am Seil
brachte zu Tage, dass sich die Etagengrößen etwas
verändert haben. Der Algenteppich reichte nun bis in 9m Tiefe,
dann wieder Ohren- und eine Schicht Feuerquallen die aber nun bis zum
Grund ging. Am Bug des Wracks angekommen zeigten sich, was uns schon
der Kapitän sagte, viele Netze.
Nach vorsichtigem Ausprobieren meiner beiden Schneidwerkzeuge erwies sich,
dass das kleine Tomatenmesser noch am besten damit klarkam. Mir wurde
auch klar dass meine nächste Anschaffung ein Linecutter sein
wird, da "gut klarkam" noch sehr weit von "damit
könnte ich mich Losschneiden" entfernt war.
Zurück zum Wrack, ich kam aus dem Gucken nicht mehr heraus. Weinflaschen,
allerdings geöffnet, Bierflaschen und an den Bordwänden
verteilt große "Gurkengläser" ca. 25cm Öffnung
und 30-40cm hoch.
Messingteile von Leuchtern, Porzellan und vieles mehr. Da wurde mir klar wie leer
geräumt die anderen Wracks doch sind. Netze, die sich in der
Strömung bewegten, große Feuerquallen die vorbeizogen, und
all die Artefakte sorgten für eine mystische Stimmung und langes
suchen, schauen und staunen.
Leider war die Sicht sehr schlecht, so dass ein Großteil der Fotos
nichts geworden ist. Nächster Vermerk, ich brauche eine
Kamera die ein Mittelding zwischen meiner kleinen Digi und der großen
Spiegelreflex ist oder zumindest einen externen Blitz für die
Digi.
Das Auftauchen wieder am Bug an der fixierten Bojenleine, diesmal aber
ohne setzen einer Strömungsboje, was uns auch berechtigte
Schimpfe seitens der Schiffsführung einbrachte, da die Wellen
nun doch geschätzte 1,5m Höhe erreicht haben.
Noch voll der Eindrücke dieses absoluten Highlight Tauchganges wurde
die Ausrüstung versorgt und die Flaschen für den
Nachmittagstauchgang gefüllt.
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| 22.08.2006 15:31 Uhr |
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Name: Waltraud Behrmann
Typ: Frachter
Länge: ca. 70m
Tiefe: 19m
Grund der Havarie: Kollision
Gesunken: 17.06.1974
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Als nächstes wurde die Waltraud Behrmann angefahren, die liegt
90Grad auf der Steuerbordseite. Die von der Fritz Reuter geworfene
Boje mit Grundgewicht lag wieder perfekt 2m neben der
Schiffsbodenseite am vorderen Drittel des Rumpfes. Der Rumpfboden ist
relativ unspektakulär und mit einigen kleinen Löchern und
zwei Rissen verziert. Die Aufbauten am Deck ragen quer zum Grund ins
Freiwasser. Zwei halb unter dem Schiffrumpf eingeklemmte und am Grund
festgedrückte Rettungsboote je eines am Bug und eines
Mittschiffs halb unter den Aufbauten konnten ihrer eigentlichen
Bestimmung nicht gerecht werden. Leider lagen die Luken durch die
man ins innere des Wracks gelangen könnte genau in heute 1,5m
dicken Sprungschicht (Metalimnion). Dies führte dazu, dass die
Sichtverhältnisse extrem schlecht waren, worauf ich auf ein
Eindringen in das Wrack verzichtet habe. Zahlreiche Krebse, Dorsche
und Aale, letztere beide zogen sich schnell ins Wrack zurück,
sobald sie auf uns aufmerksam wurden, am und in den Ritzen des Wracks
ließen keine Langeweile aufkommen.
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Während der zweiten Umrundung an den Aufbauten sah ich es dann. Inoshiro
Honda hat nicht übertrieben und in seinem Dokumentarfilm über
Reptilien eine fast ausgestorbene Spezies gezeigt. Ich wusste bisher
nicht, dass sich kleinere Exemplare dieser Reptilien auch in der
Ostsee befinden.
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Ein größeres, heraus gebrochenes Teil liegt 4m neben dem
Rumpf. Einige offene Luken am Bug, die aber zum Reinschwimmen zu
klein sind, und die imposante Schiffschraube samt Ruderblatt runden
das Bild eines immer wieder spannenden Wracks ab.
Schade, dass die Sicht im interessanten Teil so stark eingeschränkt war.
Nachdem wir auf die Backbordseite des Schiffes gewechselt waren,
die jetzt die Oberseite des Schiffswracks darstellt und in 9m liegt,
fanden wir 3 offene Schotte durch die man bequem hineinschwimmen
hätte können.
Hätte, leider haben wir diese Eingänge zu spät gefunden. Also
Boje geschossen und wieder zurück zum Ausgang.
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| 23.08.2006 7:30 bis 22:00 Uhr Gedser Hafen |
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Name: Fritz Reuter
Typ: Expeditionsschiff
Länge: ca. 30m
Tiefe: 0m
Grund der Havarie: keine Havarie
Gesunken: noch nicht.
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Es hatte sich angekündigt und leider auch bestätigt. Starker
Wind mit ca. 5-7 Windstärken, hohe Wellen und starke
Oberflächenströmung ließen uns an Tauchgänge
erst gar nicht denken.
Der Tag wurde mit Equipmentpflege, Erfahrungsaustausch und dem Erzählen
von Heldensagen und Moritaten aus den eigenen taucherischen Anfängen
verbracht.
Nachmittags legte ich dann noch die schriftliche Prüfung zu DTSA-Triox
erfolgreich ab. Nun bin ich auch ein zertifizierter dreifach
oxydierter Taucher. Die Tauchgänge dazu habe ich schon vor der
Fahrt an die Ostsee am Starnberger See abgelegt.
Die Wettervorhersage für den nächsten Tag versprach wesentlich
besseres Wetter und als uns abends dann einige Mücken zu nerven
begannen, zogen wir uns, in gespannter Erwartung auf die Tauchgänge
am nächsten Tag, in unsere Kojen zurück.
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| 24.08.2006 7:00 Uhr auslaufend aus Gedser Hafen |
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Name: Fritz Reuter
Typ: Expeditionsschiff
Länge: ca. 30m
Tiefe: 0m
Grund der Havarie: keine Havarie
Gesunken: noch nicht
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Mücken, schlimmer Gedser Mücken. Wie viele? Milliarden. Ungläubig
schauten wir an diesem Morgen nach draußen. Das ganze Schiff
war geentert worden von Millionen von Stechmücken. Keiner
traute sich so recht nach draußen. Die Biester waren auch noch
recht ausgehungert und dementsprechend aggressiv. Gut dass wir
von der Bundeswehr Unterstützung erhalten haben. So
entsandten wir Rüdiger und Udo in das Feindgebiet, um den nahezu
aussichtslosen Kampf gegen eine erdrückende Übermacht,
die noch dazu von den Genfer Konventionen noch nie etwas gehört
hatte, zu bestreiten. Letztendlich half uns der Wind den größten
Teil der Invasoren loszuwerden. Wir waren aber an diesem Tag
besonders schnell in den Trockentauchanzügen.
Man sollte, nach so einer Invasion, unbedingt genauer seine Ausrüstung
prüfen, ob sich nicht irgendwo einige Partisanen versteckt
halten um in einem unachtsamen Moment gnadenlos zuzuschlagen. Ich
injizierte mir mit meinem Backup Regler so ein Selbstmordkommando
fast direkt in die Lunge was zu einem ziemlichen Hustenanfall
geführt hat.
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| 24.08.2006 08:06 Uhr |
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Name: Waltraud Behrmann
Typ: Frachter
Länge: ca. 70m
Tiefe: 19m
Grund der Havarie: Kollision
Gesunken: 17.06.1974
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Es war unser letzter Tauchtag. Nachdem wir den ganzen Vortag in Gedser
verbracht hatten wollten wir heute noch zwei statt einem
Tauchgang machen. Der erste Tauchgang führte uns wieder zur
Waltraud Behrmann. Kurz gesagt, die Sicht war wesentlich besser
als vorgestern, aber starke Strömung über die Oberseite
des Schiffes vom Rumpfboden Richtung Aufbauten gehend, ließ
mich vom zuerst gefassten Plan, über die Oberen vorgestern
gefundenen Luken ins Wrack zu tauchen, Abstand nehmen. Ein kurzer
Versuch über den Breiteren der beiden Risse ein wenig rein zu
kommen scheiterte. Ich war sowieso fast sicher gewesen dass der
Riss zu schmal war. Also machte ich lieber noch ein paar Bilder.
Nach ca. 50 Minuten ließ ich meine Strömungsboje im
Strömungsschatten des Rumpfes steigen und wir begannen mit
dem Aufstieg.
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| 24.08.2006 12:17 Uhr |
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Name: unbekannt
Typ: Ewer
Länge: ca. 30m
Tiefe: 24m
Grund der Havarie: unbekannt
Gesunken: unbekannt
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Der zweite Tauchgang führt uns zu einem "Ewer". Das
Wrack liegt relativ unspektakulär auf ebenem Kiel. Mast und
Aufbauten, sofern welche vorhanden waren, sind weg. Zwei
Niedergänge je einer am Bug und einer Achtern zwei
Laderaumluken, die unter Deck verbunden sind, eine Kabine Achtern und
eine am Bug, die zwar offen sind aber versandet und viel zu klein um
reinzutauchen. Lediglich ein Durchtauchen des Laderaumes von der
vorderen Ladebucht zur hinteren ist möglich. Nach
ausgiebigem absuchen und umrunden des Wracks noch der obligatorische
Kamerarundflug, dann Boje hoch und Austauchen. Ein letztes mal die
Feuer und Ohrenquallen grüßen und wieder zurück an
Bord.
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Dort wurde nach der Prioritätenliste alles zusammengepackt und
versorgt. Also zuerst die Ausrüstung, dann der Mensch.
Zwischenzeitlich noch ein Gruppenfoto.
Nachdem die Ausrüstung getrocknet und verpackt war, wurde in einer
gemeinsamen Aktion die Gepäckstücke die sich in den Kabinen
befanden auf das Deck verbracht, um in Wismar dann schnell in die
Autos verladen zu werden.
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| 24.08.2006 16:00 Uhr Wismar, alter Hafen |
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Pünktlich kamen wir im alten Hafen von Wismar an, schafften die Ausrüstung
und die beiden 300bar Sauerstoffspeicherflaschen schnell von
Bord.
Ein paar von uns fuhren direkt Richtung München
zurück, ein paar wollten noch auf einen Spültauchgang an
den Kulkwitzer See.
Ich selbst lud Gepäck und die am Kai wartende Familie, die mit dem
Zug angereist war, ein und fuhr weiter in Richtung Rügen um
dann, nach 2 Tagen Aufenthalt, nach Friedrichskoog zu fahren für
ein paar weitere Urlaubstage an der Nordsee.
Doch dies ist eine andere Geschichte...
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| Links: |
MS Fritz Reuter
Ein weiterer Bericht zu dieser Reise vom Wilke Reints
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© 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 by Robert Angermayr
Robert.Angermayr@freenet.de
Letzte Änderung =06.01.2005
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